; charset=UTF-8" /> Das Freiburger Fraunhofer Institut stellt künstliche Diamanten her – Jogos Alemaes

Das Freiburger Fraunhofer Institut stellt künstliche Diamanten her

Diamanten regen die Fantasie an. Die wertvollen Edelsteine sind seit Ewigkeiten heiß begehrt. Nicht nur Könige schmückten ihre Krone damit, sondern auch die Damenwelt hält große Stücke auf die kleinen Steine. Schon Marilyn Monroe sang einst „Diamonds are a girls best friend” und sie sollte Recht behalten. Ihre Knappheit bestimmt ihren Preis. Diamanten kosten jede Menge Geld, trotzdem möchte jeder einen haben. Sie werden unter technologisch schwierigen Bedingungen abgebaut und weltweit gehandelt. Doch nun ist ein neuer Konkurrent aufgetaucht, mit dem vor einigen Jahren niemand gerechnet hätte. Die neuen Zuchtdiamanten können es jetzt erstmals mit den natürlichen Steinen aufnehmen.

Vom Bohrer zum Schmuckstück

Längst haben die großen Diamanten-Unternehmen wie De Beers die künstlichen Steine als Bedrohung erkannt. Diese setzen die Industrie- und Handelsfirmen verstärkt unter Druck. Dabei sind künstlich hergestellte Diamanten nichts Neues. Sie werden bereits seit Jahrzehnten ob ihrer Härte für Öl-Bohrer, zum Schleifen und in der Medizintechnik eingesetzt. Das hatte bisher einen ganz klaren Grund. Zuchtdiamanten waren dünner und weniger rein als herkömmliche Steine. Unter diesen Voraussetzungen konnte man diese Diamanten nicht in der Schmuckindustrie einsetzen. Doch das hat sich grundlegend geändert.

Der kostbarste aller Edelsteine steht nicht nur für Macht und Reichtum, sondern ist auch das härteste natürliche Material der Welt. Eine groß angelegte Produktion künstlicher Diamanten könnte die Industrie ins Wanken bringen. Denn die Edelsteine werden nicht nur in der Schmuckindustrie verarbeitet, sondern auch als Wertanlage genutzt. Gerade Steine von erstklassiger Qualität können eine stabile Wertentwicklung nach oben vorweisen.

Freiburg züchtet Diamanten

Es gibt derzeit zwei Arten, um einen Diamanten künstlich herzustellen. Entweder man simuliert einen Vulkan und nutzt Hitze und Druck um den Kohlenstoff zusammenzupressen, oder man wendet ein chemisches Verfahren an. Das macht auch das Freiburger Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik. Dort steht der Diamantenreaktor „Obelix“. In diesem großen Ei aus Metall züchten die Wissenschaftler die künstlichen Steine mithilfe von Methan, Bor, Stickstoff, diversen Substraten und einer Mikrowellen-Plasma-Entladung unter Niederdruck.

Seit einigen Jahren ist die Wissenschaft in der Lage, Steine von einer Dicke über 5 Millimeter heranwachsen zu lassen. Diese Stärke ist notwendig, damit die Steine in der Schmuckindustrie verarbeitet werden können. Die Herstellung ist günstig, ein Großteil der Kosten entfällt auf die Energie. Unterschiede zwischen natürlichen und künstlichen Steinen soll es keine geben, sie sind identisch in ihren Eigenschaften.

De Beers will mitmischen

Damit wird klar, warum die Diamantenindustrie wenig begeistert von dieser technischen Weiterentwicklung ist. Längst gibt es weltweit weitere Labore, die sich der künstlichen Erzeugung von Diamanten verschrieben haben, darunter in Kalifornien und Singapur. Die traditionelle Diamantenbranche versucht mit verstärktem Marketing gegen die unliebsame Konkurrenz vorzugehen. Mit der Werbekampagne „Real is rare“ möchten sie ihre Kunden davon überzeugen, dass nur echte Diamanten etwas taugen.

Der größte Diamantenproduzent und -händler der Welt De Beers ist da schon einen Schritt weiter. Er hat sich bereits bei einem Hersteller in Oxford eingekauft. Die Firma sieht es als die beste Strategie an, bei dem Trend mitzumachen und die Entwicklung mit beeinflussen. Tut sich hier ein neuer Markt auf, dann ist De Beers auch diesmal ganz vorne mit dabei.

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