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Porsche war sein Leben

Er hatte lange Zeit den Ruf eines eigenwilligen Star-Managers. Doch der Autobauer Porsche verdankt ihm nicht nur seinen guten Ruf, sondern auch zahlreiche Rekord-Geschäftsergebnisse. Dieses Jahr wird Wendelin Wiedeking 65 Jahre alt. Sein Name ist untrennbar mit dem Aufstieg von Porsche zum ertragreichsten Sportwagenhersteller der Welt verbunden. Vor rund acht Jahren musste Wiedeking, nach der gescheiterten Übernahme von Volkswagen, den Konzern verlassen. Sein Erbe blieb jedoch bis heute erhalten.

Mit seinem Namen sind bis heute zahlreiche Superlative verbunden. Der deutsche Manager war bereits nach seinem Studium für Porsche tätig, bevor er zur GLYCO Metallwerke KG wechselte. Dort schaffte er bis es zum Vorstandsvorsitzenden der späteren Aktiengesellschaft. Nach seiner Rückkehr zu Porsche 1991, fand er den Sportwagen-Hersteller in keinem guten Zustand vor.

Volles Risiko führt zum Erfolg

Zunächst heuerte er als Vorstandsmitglied für Produktion und Materialwirtschaft an, bevor er ein Jahr später zum Vorstandvorsitzenden ernannt wurde. Wiedeking strukturierte das Unternehmen massiv um und scheute dabei auch nicht davor zurück persönlich ein hohes Risiko zu übernehmen. Der Westfale baute Überkapazitäten beim Personal und in der Produktion ab. Als die Banken sich weigerten Porsche mehr Geld zu leihen, übernahm er selbst einen Teil der Haftung für einen 200 Millionen Mark Kredit. Als Dankeschön gestand ihm Porsche einen prozentualen Anteil an zukünftigen Gewinnen zu. Diese Vereinbarung sollte Wendelin Wiedeking zum bestbezahltesten Manager der deutschen Geschichte machen.

100 Millionen Euro Gage pro Jahr

Er sanierte den Autobauer grundlegend und sorgte dafür, dass Umsatz und Gewinn förmlich in den Himmel schossen. Bei Übernahme seines Vorstandsmandats war Porsche an den Börsen 300 Millionen Euro wert. Am Höhepunkt seiner Karriere hatte das Unternehmen einen Börsenwert von 25 Milliarden Euro. Der enorme Erfolg führte dazu, dass er aufgrund seiner ihm zugestandenen Gewinnbeteiligung bis zu 100 Millionen Euro pro Jahr verdiente. Das führte auch zu zahlreichen öffentlichen Diskussionen. Doch das Unternehmen und vor allem deren Mitarbeiter standen immer wie ein Mann hinter ihrem Vorstandvorsitzenden. Sie hatten nie vergessen, wie er den Autobauer gerettet hatte. Diese Entwicklung macht ihn zu einer Art „Lichtgestalt“ des Konzerns.

VW forderte seinen Rückzug

Bereits im Jahr 2005 hatte sich Porsche am Volkswagenkonzern beteiligt. 2008 sollte der Sportwagenhersteller dann nach dem Willen seines Aufsichtsrats Volkswagen ganz übernehmen. Doch die weltweite Wirtschaftskrise kam dazwischen und die Börsenkurse spielten verrückt. Der Poker von Wiedeking und Porsche ging nicht auf, stattdessen übernahm Volkswagen den wesentlichen kleineren Sportwagenhersteller und erzwang den Rückzug von Wiedeking. Als er im Jahr 2009 Porsche verließ, erhielt er eine Abfertigung von 50 Millionen Euro, deren Nettobetrag in eine gemeinnützige Stiftung floss. Bereits während seiner aktiven Zeit galt der Star-Manager als massiver Kritiker des Diesels. Einige Jahre später sollte er mit seinen Warnungen auf dramatische Weise recht behalten.

Seine Zeit bei Porsche findet er auch heute noch großartig, verzichtet aber darauf gute Ratschläge zu geben. Seit seinem Rückzug betätigt sich Wiedeking als Unternehmer und hält Anteile an rund 20 Firmen. Darunter befinden sich eine Ferienhaus-Vermietung, eine Pizzakette und eine Kreuzfahrt-Plattform. Obwohl er 65 alt wird, denkt er nicht an die Rente. Ganz im Gegenteil, er sprüht immer noch vor Unternehmungslust.

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